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„There is no such thing as away. When we throw anything away it must go somewhere.“ Annie Leonard

Hallöchen,

heute widmen wir uns einem Thema, das mich selbst schon lange interessiert: Recycelte Klamotten. Sind sie die Lösung all unserer Probleme? Die Grundidee ist ja schon mal wirklich spannend: Man nimmt Müll aus Landstrichen oder dem Meer, verarbeitet ihn und macht Kleider daraus! Easy, oder? Ich weiß, dass die meisten von euch sich die Antwort schon denken können: Nein, leider. Daher möchte ich den heutigen Blogbeitrag diesem Thema widmen. 

Viele namhafte Unternehmen bieten bereits teil und voll recycelte Klamotten, Schuhe oder Rucksäcke an. Meist erkennt man diese an grünen Etiketten oder einer Beschriftung, die auf die Materialherkunft hinweist. Dafür wird meist Müll wird aus dem Meer gefischt und verarbeitet. Die Flaschen werden hierbei in einem aufwändigen Prozess zerkleinert und eingeschmolzen und daraus neue Fäden gewonnen. Klingt erst mal gar nicht so schlecht. Aber die Sache hat nicht nur einen Haken:

Das recycelte Produkt besteht aus Plastik, das bei jedem Waschgang circa. 140.000 Mikrofasern in das Abwasser gelangen die zu Mikroplastik werden. Dieses gelangt dann über Fische und Meeresfrüchte in unseren Lebensmittelkreislauf und schlussendlich in uns. Daher sollten wir synthetische Materialien besser meiden. Besser sind hier Fasern wie Wolle oder Leinen. 

Außerdem werden für das fertige, recycelte Produkt immer noch viele Ressourcen verschwendet. Schließlich wird das Plastik zum Produktionsstandort, der sich meist in asiatischen Ländern befindet, verfrachtet und dort mit Hilfe von Chemie und Energie in Fäden verarbeitet. Diese Klamotten werden dann verkauft und nach Ablauf der Saison wieder zu Müll. 

Das Meeresplastik kann giftige Stoffe enthalten, da es meist sehr lange im Meer schwimmt und dadurch Schadstoffbelastet sein kann. Zudem werden PET Flaschen oft mit Antimontrioxid hergestellt, welches potentiell toxisch sein kann. Welches Plastikgemisch für die Textilien verwendet wird, ist kaum nachzuvollziehen, daher ist auch der gesundheitliche Aspekt nicht zu vernachlässigen.

Die perfekte Lösung sind recycelte Klamotten aus Plastik also nicht. Es handelt sich dabei um reines Marketing, mit dem sich Unternehmen maskieren. In uns löst dies ein Gefühl der Sicherheit aus, das bei näherem Betrachten revidiert wird. 

 

Also was können wir tun? Ich empfehle die drei R’s 

  • Reduce 

Versucht weniger Klamotten zu kaufen und dafür länger zu tragen. Wenn ihr shoppt, dann greift lieber nach zeitlosen Stücken, von denen ihr länger etwas habt. Das schont nicht nur den Geldbeutel ;).

  • Reuse 

Schaut doch auch mal nach Klamotten in second Hand Läden. Dort findet man oft tolle Schätze für einen guten Preis und man spart Ressourcen. Wenn ihr Klamotten hab, die ihr nicht mehr trägt, versucht sie doch an Bekannte weiterzugeben. Oder habt ihr schon mal eine Tauschparty veranstaltet? Das ist eine coole Idee unter Bekannten Klamotten zu tauschen, ohne dabei Geld auszugeben. 

  • Recycle

Ganz zum Schluss kommt das Recycling. Einige Unternehmen bieten heutzutage Sammelstellen zum Abgeben alter Klamotten. Diese können dann zu neuen Produkten verarbeitet werden. 

 

Bevor ich hierzu recherchiert habe, dachte ich: Wenn schon Klamotten kaufen, dann doch recycelte. Diesen Gedanken habe ich schnell revidiert, nachdem ich mitunter erfahren habe, dass die Toxizität der Materialien unklar ist. Dann doch lieber second Hand . 

Take it geasy!

Eure Iza